Du liebst Geheimnisse. Perfekt! In dieser supercraft Anleitung verrate ich dir welche. Ich nehme dich mit auf einen Ausflug in die Welt der Pflanzen und gemeinsam entlocken wir ihnen die schönsten Farben. Freu dich auf einen Workshop, in dem du lernst Stoffe und Wolle auf natürliche und schonende Weise mit Pflanzen zu färben. Entdecke die Farben der Natur!
»Die Farbe ist die letzte Kunst und die uns noch immer mystisch ist und bleiben muss, die wir auf eine wunderlich ahnende Weise wieder nur in den Blumen verstehen.« Philipp Otto Runge
Wissenswertes zum Start
Färben mit Pflanzen ist nicht nur eine tolle, kreative Beschäftigung, die richtig viel Spaß macht, sondern peppt auch deinen Kleiderschrank auf. Alte weiße T-Shirts, Hemden oder Baumwollunterwäsche bekommen einen neuen und sommerlichen Anstrich. Am besten färbst du natürliche Fasern wie Baumwolle, Leinen, Wolle oder Seide.
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Diese DIY-Anleitung eignet sich perfekt für ein Wochenende, denn alle drei Phasen des Färbens: Beizen, Färbebad zubereiten und das Färben an sich - benötigen im besten Fall je 24 Stunden. So erziehlst du die schönsten Ergebnisse.
Bei der Wahl des Arbeitsplatzes bedenke bitte, dass natürlich die Arbeitsflächen Flecke bekommen können. Um dies zu verhindern, achte darauf, verschüttetet Farbe sofort wegzuwischen. Wir beizen in dieser Anleitung mit Alaun (Kaliumaluminiumsulfat). Das ist eine recht umweltschonende Methode. Die Beize kann im normalen Abwasser entsorgt werden. Das Färbeergebnis hängt von vielen Faktoren ab - z.B. Kalkgehalt und pH-Wert des Wassers, Verhältnis von Pflanzenmege zu Wassermenge und Färbedauer. Ich hoffe, du hast Lust aufs Ausprobieren und deine persönlichen Ergebnisse.
Du benötigst:
- Alte, große Töpfe
- Herdplatte
- Schüssel oder Eimer
- Wasser
- Holzlöffel
- Sieb
- Gummihandschuhe
- Textilien zum Färben
- Färberpflanzen (Anleitung zum Sammeln in der Natur / Rainfarn, Hibiskus, Blauholz)
- Alaun (Kaliumaluminiumsulfat)
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Schritt 01: Vorbereitung deiner Textilien
Am besten färbst du reine Naturfasern wie Baumwolle, Leinen, Wolle oder Seide. Damit sich die Farbe später gut mit den Fasern verbinden kann, müssen die Textilien zuerst gebeizt werden. Die Beize wirkt dabei als Bindeglied.
- Löse 50 g Alaun in einem Eimer mit 1 L kaltem Wasser auf. Gib danach 5 L heißes Wasser dazu. Diese Beize eignet sich für ca. 500g trockene Textilien. Man verwendet meist 10% Alaun bezogen auf das Trockengewicht.
- Feuchte deine Textilien gut an, bevor du sie in das Beizebad legst, damit die Beize gut von den Fasern aufgenommen werden kann.
- Lege deine Textilien in das Beizebad, so dass alles gut bedeckt ist. Nun warte mindestens eine Stunde ab, besser 24 Stunden.
- Spüle die Beize gründlich aus und lege die feuchten Textilien beiseite. Die Beize kannst du ganz normal im Abwasser entsorgen.
Schritt 02: Das Färbebad vorbereiten
Pflanzen einweichen: Getrocknete Pflanzen / Rinde / Wurzeln für ca. 24 Stunden in ausreichend Wasser einweichen. Frische Pflanzen oder Pflanzenteile müssen nicht extra eingeweicht werden.
Schritt 03: Textilien färben
Die gebeizten Textilien müssen gut angefeuchtet sein, damit die Pflanzenfarbe sich gleichmäßig gut mit den Fasern verbinden kann.
Erhitzen, ziehen lassen und bewegen: Lege deine Textilien und Garne in den Färbersud. Achte darauf, dass sich alles locker im Sud bewegen kann. Erhitze nun die Flüssigkeit auf ca. 70°C. Sie sollte nicht kochen. Lass deine Textilien jetzt für 1-24 Stunden in der Farbe (umso länger, umso kräftiger die Farbe) und bewege die Textilien regelmäßig.
Ausspülen und Trocknen: Zum Schluss spülst du die Farbe gründlich aus. Jetzt erkennst du oft erst die wirkliche Färbung deiner Fasern. Der Hibiskussud ist zum Beispiel intensiv Rot, die Färbung wird aber Rosa-Blaugrau; je nach Faser. Hänge die Textilien jetzt zum Trocknen im Schatten auf.
Hier meine gefärbten Töne
Häufige Fragen
Es ist möglich die Färberpflanzen zu mischen, aber das würde ich dir erst empfehlen, wenn du sicher mit dem Farbergebniss einer einzelnen Pflanze bist. Sonst bekommst du im Zweifel eine Wischiwaschi-Farbe. Besser ist es für den Start, wenn du Farben übereinander färbst.
Wie pflege ich meine gefärbten Textilien?
Je nach Faser, Beize, Pflanze und Färbezeit ist dein Ergebnis mehr oder weniger lichtecht. Hier in der Anleitung stelle ich dir Pflanzen für ein gutes Farbergebnis vor. Trotzdem solltest du deine Textilien schonend mit Wollmaschmittel bei max 40°C waschen. Umso schonender du wäschst, umso länger halten deine Farbtöne.
Coole Farbergebnisse lassen sich auch mit Rote Beete (Pink), Rotkohl (Violett-Blau) und den Kernen der Avocado (Rot-Rosa) erziehlen. Leider sind diese Farben nicht wirklich lichtecht und waschen und/oder bleichen schnell aus.
Sind die Farben verträglich für die Haut?
Ja, das sind sie. Wir empfehlen dir trotzdem während des Färbeprozess immer Handschuhe zu tragen, denn auch deine Haut kann sich verfärben und das sieht im Zweifel nicht schön aus.
Kann ich meine Haare mit Pflanzen färben?
Im Prinzip ja, denn Haare sind auch Naturfasern. Henna ist zum Beispiel auch eine Pflanzenfarbe. Ob du dieses Risiko eingehen möchtest, liegt ganz bei dir. Wir haben es uns nicht getraut, freuen uns aber immer über Post inkl. Beiweisbilder :)
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Wenn du Lust hast, dein Wissen zu erweitern, lege ich dir folgende Bücher wärmstens ans Herz:
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Wild gefärbt: Pflanzen sammeln, Stoffe färben, Schönes nähen