Portrait

Herrnhuter Sterne – ein Licht mit Geschichte

Herrnhuter Sterne – ein Licht mit Geschichte

Manche Dinge begleiten uns durch den Winter, ohne laut zu sein. Sie leuchten einfach. Der Herrnhuter Stern gehört genau dazu. Jedes Jahr taucht er in Fenstern, Gärten und auf Plätzen auf und bringt ein warmes, ruhiges Licht in die dunkle Jahreszeit. Doch hinter seiner markanten Form steckt mehr als nur schöne Dekoration: eine lange Tradition, handwerkliches Können und eine besondere Idee von Gemeinschaft.


Woher der Herrnhuter Stern kommt

Der Ursprung des Herrnhuter Sterns liegt im 19. Jahrhundert in der sächsischen Oberlausitz, genauer in der Stadt Herrnhut. Dort gehörte er zur Erziehungspraxis der Herrnhuter Brüdergemeine. Der Stern diente ursprünglich als geometrisches Anschauungsobjekt im Unterricht – um räumliches Denken zu schulen. Erst später entwickelte er sich zu dem leuchtenden Symbol, das wir heute kennen.

Der klassische Herrnhuter Stern besteht aus 25 Zacken:

  • 17 viereckigen
  • 8 dreieckigen

Diese klare, fast mathematische Konstruktion ist bis heute unverändert geblieben und macht den Stern unverwechselbar.

Handwerk statt Massenware

Was den Herrnhuter Stern besonders macht, ist seine handwerkliche Herstellung. Viele Modelle werden bis heute in Handarbeit gefertigt oder zumindest montiert. Jedes einzelne Zacken-Element wird präzise zusammengesetzt – ein Prozess, der Geduld, Sorgfalt und Erfahrung erfordert.

Gerade dieses Zusammensetzen ist für viele Menschen ein festes Ritual in der Adventszeit. Der Stern wird nicht einfach gekauft und aufgehängt, sondern bewusst zusammengebaut. Schritt für Schritt entsteht daraus ein Lichtobjekt, das mehr ist als Dekoration: ein kleines Projekt, das Zeit, Ruhe und Aufmerksamkeit verlangt.


Ein Stern als Symbol

Der Herrnhuter Stern steht traditionell für Orientierung, Hoffnung und Gemeinschaft. In der dunklen Jahreszeit wird er zum Zeichen des Innehaltens. Sein warmes Licht ist nicht grell, sondern sanft – fast zurückhaltend. Vielleicht ist genau das der Grund, warum er so gut in unsere Zeit passt.

Er erinnert daran, dass Dinge Bestand haben dürfen. Und dass ein Objekt umso wertvoller wird, je mehr Bedeutung wir ihm geben. Frohe Weihnachten!

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